 |
 |
|
Geistliche Gedanken
Wenige Wochen vor dem errechneten
Geburtstermin – heute so schön mit ET abgekürzt – die Meldung, nein, der
Befehl von ganz oben: „Alle in die Heimat! Das Volk muss gezählt
werden!“ Nun ja, dem darf man sich nicht widersetzen. Und so machen sich
auch auf Josef und Maria aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land
zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem. Nicht gerade komfortabel per
Inlandflug (aber welche Gesellschaft hätte sie in diesem Zustand auch
mitgenommen?!) oder ICE, nein auf einem einfachen Esel, der sicherlich
nicht allzu viele Stöße des beschwerlichen und langen Weges abfederte.
Aber zumindest musste sie nicht laufen. Geburtsvorbereitung mitten in
der Wüste. Kein Arzt, keine Hebamme in der Nähe. Auch keine Anmeldung in
der Geburtsklinik in Bethlehem. Im Gegenteil!
Mit Mühe
und Not findet das junge Paar ein Quartier und das auch nur in einem
Stall. Eine Stallgeburt! Gut, dass es keine Komplikationen gab!
Zumindest wird davon nichts berichtet. Und als das Kind endlich da ist,
stehen auch schon die ersten Gratulanten in der Tür. Kein Wochenbett,
keine frisch gebackenen Großeltern zu Besuch, sondern Fremde:
Schafhirten und Weise. Welche Kombination! Sie waren dem Stern gefolgt.
Und nein, sie machen die Tür nicht wieder zu, als sie das Baby sahen,
nach dem Motto: da haben wir uns wohl in der Tür vertan, müssen uns wohl
geirrt haben. Gottes Sohn als Baby in einem Stall?! Das kann ja nicht
sein. Undenkbar, wenn wir uns nicht schon lange an diesen Gedanken
gewöhnt hätten. Die Hirten und Weisen hatten dem Engel Gottes vertraut,
der ihnen die Botschaft verkündigte, dass der Heiland der Welt geboren
sei und sie fanden ihn, in Windeln gewickelt und in einer Futterkrippe
liegend. Gott wird Mensch und zwar ganz und gar. Menschlicher geht’s gar
nicht. So nahe kommt Gott uns. Die Reaktion der Hirten: Staunen über
diese Geburt. Niederfallen auf die Knie, um Gott zu loben und zu
preisen. Ein Gott zum Anfassen. Ein Gott auf Tuchfühlung – wenn man das
angesichts von Stroh und Windeln so sagen kann. Auch ich möchte dieses
Wunder an mich ranlassen, dass Gott einbricht in unsere Welt. Jedes Jahr
wieder hören wir diese Botschaft an Weihnachten von der Geburt Gottes im
Stall, und es ist doch jedes Jahr wieder ein Wunder.
Pastorin Karin Spichale
|