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Paul Gerhardt
Wer war eigentlich Paul Gehardt - unser
Namensgeber?
Paul-Gerhardt wurde am 12. März 1607 in
Gräfenhainichen in Sachsen als Sohn eines Bürgermeisters, Bauern
und Gastwirts geboren; als er 12 Jahre alt war, starb der Vater,
zwei Jahre danach die Mutter. Paul konnte dennoch die
Fürstenschule in Grimma besuchen; als infolge des 30-jährigen
Krieges die Pest auftrat, entvölkerte sich die Schule, Paul
Gerhardt aber hielt tapfer aus. Am 15. Dezember 1627 verließ er
Grimma mit dem Zeugnis für den Besuch der Universität und
studierte ab 1628 Theologie in Wittenberg. Hier hat er bis 1642
gelebt und arbeitete als Hauslehrer. 1643 übersiedelt er nach
Berlin und war bis 1651 Hauslehrer bei A. Berthold, seinem
späteren Schwiegervater. 1651 bekam er eine feste Anstellung als
Probst in Mittenwalde. 1655 heiratete er Anna Maria, geb.
Berthold. 1657 wurde er Pfarrer an der Nikolai-Kirche in Berlin.
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Fenster der Paul Gerhardt-Kirche
zu Lübben |
1666 wurde er entlassen, weil der
stark von der traditionellen lutherischen Orthodoxie geprägte
Paul Gerhardt dem preußischen Toleranzedikt nicht zustimmen
wollte, das auch den Protestanten reformierter Prägung eine
Heimat in der Kirche bieten sollte. Er hatte im Auftrage der
Kirchenleitung Berichte und Eingaben an den Kurfürsten mit
verfasst und mit unterzeichnet und stand somit als einer der
Wortführer der Unerschütterlichen in deren vorderster Reihe.
Diese Schriften lassen ihn als sattelfesten Theologen, gewandten
Dialektiker und klaren, logischen Denker erkennen. Zwar konnte
er aufgrund vieler Bittschriften sein Amt noch eine Zeit lang
ausüben, aber seine beharrliche Konsequenz führte 1667 endgültig
zum Verlust der Pfarrstelle.
1668 starb Paul Gerhardts Frau, auch vier der fünf Kinder waren
bereits gestorben. Nach zwei Jahren ohne Amt wurde er 1669
Archidiakon im abgelegenen Ort Lübben im Spreewald, wo er nach
sieben einsamen Jahren starb.
Paul Gerhardt dichtete in all den Jahren mehr als 130 Lieder und
wurde nach Martin Luther der bedeutendste Liederdichter der
deutschen evangelischen Christenheit. Seine Lieder entstanden
aus der Erfahrung persönlichen Leides und zu einem großen Teil,
als der dreißigjährige Krieg tobte; die meisten und wertvollsten
seiner Lieder sind die Frucht der Zeit zwischen 1643 und 1653;
sie sind besonders von Gottvertrauen und Heilserfahrung geprägt.
Das älteste Berliner Gesangbuch von Johann Crüger enthält 18
Lieder von Gerhardt, die Ausgabe von 1653 bereits 81. Für die
Verbreitung seiner Lieder hat der Dichter selbst nichts
unternommen, dass sie bekannt wurden, ist das Verdienst von
Crüger und dessen Nachfolger Johann Georg Ebeling.
Das Evangelische Gesangbuch enthält heute 26 Lieder, deren Text
von Gerhardt stammt, darunter so bekannte wie:
"Befiehl du deine Wege" nach Psalm 37, 5 (EG 361),
"O Haupt voll Blut und Wunden" (EG 85),
"Wie soll ich dich empfangen" (EG 11),
"Kommt und laßt uns Christum ehren" (EG 39),
"Die güldne Sonne voll Freud und Wonne" (EG 449),
"Nun ruhen alle Wälder" (EG 477).
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