Geistliches Wort - Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Ev.-luth. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde
Hannover Badenstedt
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Engel

Der Vorstellungsgottesdienst unserer Konfirmandinnen und Konfirmanden rückte immer näher. Das Thema stand schon seit einer Weile fest: Engel. Aber wie sollten wir dieses Thema in einen Gottesdienst übersetzen? Auf jeden Fall mussten biblische Geschichten über Engel vorkommen, das war klar. Aber das war’s ja noch nicht. Was bedeuten denn Engel für unser Leben? Wie merken wir, dass ein Engel am Werk ist? Was kann die Botschaft des Gottesdienstes sein? Im Konfirmandenunterricht probierten wir ein paar Sachen aus, aber wir fanden keine überzeugende Form, in der wir sagen konnten, was uns denn am Herzen liegt.
Langsam wurde es eng, der Termin kam immer näher. Dann hatten wir eine Idee: Wir fragen einfach nach Erfahrungen mit Engeln, und zwar in kleinen Interviews. Zuerst fragen sich die Konfis untereinander, dann fragen wir Besucherinnen und Besucher eines Gottesdienstes. Die Fragen lauteten jeweils: Wie stellst du dir einen Engel vor? Ist dir schon mal ein Engel begegnet oder hat dir schon mal ein Engel geholfen? Wie kann ein Mensch für einen anderen Menschen zum Engel werden? Wir hatten etwas Sorge, ob überhaupt jemand bereit ist, über seine Erfahrungen mit Engeln zu berichten. Aber wir waren überrascht, wie viele unserem Aufruf gefolgt sind. Die Antworten haben wir aufgenommen und im Vorstellungsgottesdienst abgespielt.
Und wie stellen sich nun die Konfis und die Gottesdienstbesucher*innen Engel vor?
„Ziemlich menschlich – männlich und weiblich“; „sie können überall sein, können auch irgendwelche Menschen sein“; „man muss ja niemanden sehen, man kann manchmal spüren, wenn jemand da ist, der dir hilft“; „als Kind hab ich immer daran gedacht: Da ist ein Engel, der wird dich beschützen – das hat mir immer Kraft gegeben“.
„Ein Engel kann für mich jeder sein, der mir auf der Straße begegnet und einfach nur freundlich ist oder mir behilflichist“, sagte jemand auf die Frage, ob er schon mal einem Engel begegnet sei. Andere sagten: „Das sind für mich eigentlich Menschen, die mich begleiten, die gerade in schwierigen Situationen da sind, zuhören können und manchmal auch weiterhelfen.“ Oder: „Ja, immer an den Punkten, an denen es schwer war im Leben“.
Darin waren sich alle einig: Menschen können zu Engeln werden, wenn sie anderen helfen, „zum Beispiel Obdachlosen oder in den Flüchtlingsunterkünften oder bei ganz alltäglichen Dingen, zum Beispiel Nachhilfe geben oder so – oder wenn dir einfach jemand zuhört, wenn du Probleme hast.“ Eine sagte: „Den Engel trägt man in sich! Und man denkt immer dran, dass er dir Kraft gibt. So bin ich durch mein Leben gegangen: Immer mit einem Engel im Herzen.“
In diesem Sinne: Werden Sie doch mal ein Engel, es ist gar nicht so schwer!

Pastor Johannes Neukirch
(Foto:Pfeffer)

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