Aktuelles Thema - Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Ev.-luth. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde
Hannover Badenstedt
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Regional Reisen

D wie Derneburg

Wenn Sie einen Ausflugstipp suchen, der Natur mit Kultur verbindet, kann ich den Kulturpfad Laves in Derneburg, Landkreis Hildesheim, empfehlen. Eine 45minütige Autofahrt von Badenstedt entfernt liegt die Schlossanlage in herrlicher Umgebung. Umweltfreundlicher ist es natürlich, mit dem Zug bis Derneburg zu fahren. Vom Bahnhof Derneburg sind es dann noch ca. 16 Minuten zu Fuß zum Schloss.
Graf Ernst zu Münster erhielt 1815 das ehemalige Kloster Derneburg vom hannoverschen König Georg III als Geschenk. Das Gebäude war recht verwahrlost und wurde von ihm umgebaut und wieder bewohnbar gemacht. In diesem Zug beauftragte der Graf den hannoverschen Baumeister und Architekten Laves, einen Landschaftspark nach englischem Vorbild anzulegen.
Der Laves Kulturpfad ist ein idyllischer, ca. 3,5 km langer Rundweg durch den Landschaftspark. Der gut ausgeschilderte Weg führt vorbei an einem dorischen Tempel, dem Mausoleum des Grafen in Form einer ägyptischen Pyramide, Fischerhäusern, Kutscherhaus, Mariensee und der alten Mühle. Der Weg beginnt und endet gegenüber dem Schloss, am Glashaus, dem ehemaligen Gewächshaus, in dem heute ein Café untergebracht wird. Dies wird zur Zeit allerdings komplett umgebaut und ist daher leider nicht geöffnet.
Unterhalb des Schlosses viel uns im Garten am Weg eine Skulptur auf, der „Querkopf“, eine 1993 entstandene Skulptur von Georg Baselitz. Ein Schild erklärt die Entstehungsgeschichte, die in direktem Zusammenhang mit einem Streit um ein Werk des Künstlers, „Tanz ums Kreuz“, steht.
Im Jahr 1993 schenkte Georg Baselitz, der damals noch im Schloss Derneburg lebte, das besagte Bild „Tanz ums Kreuz“ der Luttrumer Annenkirche. Mit dieser Schenkung entbrannte ein Streit in der Gemeinde, der zu Kirchenaustritten und angeblich sogar einer Morddrohung gegenüber dem Pastor führte. Wir mussten gleich an die aktuelle Diskussion um die Glasfenster der Marktkirche denken.
2006 verkaufte Baselitz dann das Schloss an den amerikanischen Milliardär und Kunstsammler Andrew Hall. 2007 gründete Hall mit seiner Frau die Hall Art Foundation, um ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit 2017 ist das Schloss wieder zugänglich und kann besichtigt werden.
  
Im Augenblick ist das Schloss zwar noch geschlossen, aber ab 1. Mai sollen Besichtigungen in Form von selbst geführten Touren am Wochenende von Freitag bis Sonntag wieder möglich sein.
Zwei Ausstellungen sind geplant. Eine rechtzeitige Ticketreservierung ist allerdings empfehlenswert.
Wir wollen auf jeden Fall wieder kommen, um die Ausstellung zu sehen und einen schönen Kaffee im Glashaus zu trinken.

Text und Fotos: Christine Wismer



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Emden ist eine Reise wert!

Rund drei Stunden Fahrt sind es mit dem Zug nach Emden. Die Stadt am Dollart, bzw. an der Emsmündung, ist vielen bekannt als Produktionsstätte und Verschiffungshafen für Volkswagen sowie als Heimatstadt von Otto Waalkes, der dort mit dem „Otto Huus“ am idyllischen Ratsdelft eine Touristenattraktion geschaffen hat.
Schräg gegenüber davon befindet sich das Ostfriesische Landesmuseum Emden: Der ideale Ort, um Kunst und Kultur zu entdecken und sich mit der Geschichte und den Besonderheiten der Stadt und ganz Ostfrieslands vertraut zu machen:
Zeugnisse menschlicher Besiedlung finden sich im Raum der südlichen Nordseeküste seit der späten Steinzeit. Das Meer hatte, als es sich in Richtung Norden zurückzog, fruchtbares Land zurückgelassen: die Marsch. Weidewirtschaft auf dem größten natürlichen Weidegebiet Westeuropas war die Lebensgrundlage der Friesen. Der ostfriesische Raum war mangels eigener Stein- oder Metallvorkommen schon immer vom Warenaustausch abhängig. Was man im Überfluss hatte, wie Vieh oder das berühmte friesische Wolltuch, verkaufte man, um im Gegenzug in Friesland fehlende Waren zu erwerben.
Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Emden zu einer Hafenstadt von zeitweise europäischem Rang. Der entscheidende wirtschaftliche Aufschwung setzte ein, als während des niederländischen Unabhängigkeitskriegs Tausende von Flüchtlingen aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen in der Stadt Zuflucht suchten und sich – zum Teil dauerhaft – in Emden niederließen.

Die ausgeprägte religiöse Toleranz der Nach-Reformationszeit wurde seit den 1570er Jahren von einem strengen Calvinismus verdrängt, der der Stadt den Beinamen „Genf des Nordens“ eintrug. Die Große Kirche Emdens wurde zur Mutterkirche des nordwesteuropäischen Calvinismus.
Wenn man genug hat von Geschichte und Museum, kann man sich ganz im Süden der Stadt im Grünen ergehen und auch weiterbilden. Die Stiftung Ökowerk Emden betreibt dort ein regionales Umweltzentrum, das u.a. das Pomarium umfasst: Seit 2012 werden dort über 1000 Obstsorten kultiviert. Direkt hinter dem Deich der Emsmündung findet das Obst ein konstantes, wintermildes Klima. Der besondere Fokus dieses Paradieses liegt auf dem Anbau und Erhalt alter und selten gewordener regionaler Apfelsorten. Derzeit befinden sich mehr als 650 Sorten im Genpool der Anlage.
Mit ganz anderen Nahrungsmitteln befasst sich das Projekt SalFar: Hier wird erprobt, wie man Halophyten, d.h. salztolerante Pflanzen, die natürlicherweise im Übergangsgebiet von Meer und Land vorkommen und teilweise sehr schmackhaft sind, anbauen und nutzen kann. Das ist ein wichtiges Thema für die Zukunft, denn im Küstenraum sind immer mehr Böden von der Versalzung bedroht.
So bietet Emden „für jeden Geschmack“ etwas und ein Tag vergeht recht schnell bei den vielen Entdeckungen und Erlebnissen, die die Stadt bietet.

Foto und Text: Ernst Kürten
Quellen:
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Fuhrberg: Wald und Wasser

Fuhrberg ist ein Dorf mit 2160 Einwohnern und gehört zur Stadt Burgwedel in der Region Hannover. Bekannt ist der Ort manchem vielleicht als Spargelanbaugebiet. Die waldreiche Landschaft bietet sich sehr für Radtouren und Wanderungen an. Ausgeschilderte „Regionsrouten“ erleichtern den Radwanderern die Orientierung.

Ansonsten ist die Bedeutung der Gegend für die Menschen in Hannover vor allem „unterirdisch“: Das „Fuhrberger Feld“ ist das größte Wasserschutzgebiet Niedersachsens (ca. 300 km²). Das Wasserwerk Fuhrberg förderte 2001 20.900.000 m³ Wasser und deckte somit 45,7 % des Wasserbedarfs der Region Hannover.
Um die Grundwasserressourcen in dem überwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägten Gebiet nachhaltig zu sichern, schließt enercity, über die Schutzgebietsverordnung hinaus, seit mehr als 25 Jahren freiwillige Vereinbarungen mit der umliegenden Land- und Forstwirtschaft ab. Außerdem wandelt enercity seinen eigenen Wald um die Brunnen herum auch schon seit Jahrzehnten um: Die aus der Heidewiederaufforstung stammenden Kiefern werden allmählich durch Buchen ersetzt, weil von diesen vor allem im Winter weniger Niederschlagswasser durch
Verdunstung verloren geht.
In Sachen Wald hat Fuhrberg noch eine weitere Bedeutung für die Bewohner der Region: Der Ort ist Sitz des Forstamts der Niedersächsischen Landesforsten, das praktisch für den gesamten landeseigenen Wald der Region (außer dem Deister und dem Saupark Springe) zuständig ist.

Text und Fotos: Ernst Kürsten


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