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Auf ein Wort! - Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Ev.-luth. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde
Hannover Badenstedt
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Wenn die Blätter fallen…

Der Herbst ist eine erstaunliche Jahreszeit.
Kaum hat man sich daran gewöhnt, dass es morgens wieder dunkel ist, wird es abends auch noch früher dunkel. Die Blätter fallen von den Bäumen, der Wind pustet einem die Frisur durcheinander und irgendwo steht schon der erste Mensch mit einem Laubbläser.

Dabei frage ich mich manchmal: Warum lassen die Bäume das eigentlich so einfach geschehen? Sie halten ihre Blätter nicht fest. Sie sagen nicht: „Dieses Blatt gehört mir!“ Wenn die Zeit gekommen ist, lassen sie los. Wir Menschen tun uns damit oft schwerer. Wir halten fest an Dingen, die längst vorbei sind. An Sorgen. An Enttäuschungen. An alten Fehlern. Manchmal sogar an Schuld, die Gott uns längst vergeben hat.

Aber genau hier erinnert uns Martin Luther an eine wichtige Botschaft: Wir leben aus Gottes Gnade. Wir müssen vor Gott nicht perfekt sein. Wir müssen keine Punkte sammeln, um von Gott geliebt zu werden. Gott liebt uns, weil wir seine Kinder sind. Durch Jesus schenkt er uns Vergebung und einen neuen Anfang.

Das ist eigentlich eine ausgesprochen herbstliche Botschaft. Denn der Herbst erinnert uns daran, dass wir nicht alles festhalten können. Unsere Kraft nicht. Unsere Gesundheit nicht. Unsere Pläne nicht. Und irgendwann auch unser Leben nicht.
Aber das Evangelium sagt: Du musst es auch gar nicht. Du darfst loslassen.

Und während wir draußen beobachten, wie ein Blatt nach dem anderen zu Boden fällt, können wir uns daran erinnern: Auch im Fallen sind wir nicht aus Gottes Hand gefallen.

Vielleicht können wir in diesem Herbst etwas von den Bäumen lernen. Sie lassen ihre Blätter los und vertrauen darauf, dass im nächsten Frühjahr neues Leben kommt.

Auch wir dürfen unsere Sorgen loslassen und sie Gott anvertrauen. Und wenn wir es nicht schaffen, dürfen wir es morgen noch einmal versuchen. Gott ist geduldig mit uns.

Vielleicht ist das die schönste Herbstbotschaft: Wir müssen nicht alles festhalten. Gott hält uns fest.

Amen.

Pastorin Martyna Vollmar


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Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt

Wir stehen dazu.

Wir sind überzeugt.
Die freiheitlich-liberale Demokratie hat es unserem Land drei Generationen ermöglicht, in einer vielfältigen und solidarischen Gesellschaft im Frieden zu leben. Sie hat sich bewährt und bleibt die überzeugendste Form politischen Zusammenlebens. Demokratie sichert Freiheit und Gleichheit, eröffnet Raum für Vielfalt und begrenzt Macht, indem sie diese nur auf Zeit überträgt. Demokratie beruht auf Rechtstaatlichkeit und der damit verbundenen Gewaltenteilung. Sie organisiert politische Entscheidungen durch Mehrheiten, schützt zugleich Minderheiten und trägt Konflikte im Rahmen friedlicher Aushandlungsprozesse aus. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft zum Kompromiss. Als Kirchen in Niedersachsen wollen wir diese demokratische Ordnung stärken. Wir sind überzeugt, dass Begegnung und Dialog möglich sind.

Wir sorgen uns.
Spannungen gehören zum Wesen einer demokratischen Gesellschaft. Ein pluralitätsfähiger demokratischer Rechtsstaat muss unterschiedliche Überzeugungen aushalten und im offenen Diskurs verhandeln. Doch wenn demokratische Standards und grundlegende Werte ausgehöhlt werden, geraten die Fundamente unseres Gemeinwesens in Gefahr. Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben. Stimmen werden lauter – teils auch demokratisch legitimiert –, die autoritär auftreten und demokratische Prinzipien missachten. Sie instrumentalisieren die Meinungsfreiheit zur Herabwürdigung anderer, beanspruchen für sich, allein zu wissen, was „das Volk“ wolle, und schließen Menschen bewusst aus. Dabei wird ethnische Zugehörigkeit über Staatsbürgerschaft gestellt. Führende Vertreter der AfD äußern sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch. Nach unserer Überzeugung ist die AfD für Christinnen und Christen daher nicht wählbar.

Wir setzen uns ein.
Als Christinnen und Christen treten wir entschieden für die Werte ein, von denen Demokratie lebt: Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt. Demokratie ist auf die aktive Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Sie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, wählen gehen, sich zur Wahl stellen und sich in Kommunen, Ländern und im Bund engagieren. Wir sind dankbar, dass so viele Menschen auf diese Weise ihre Gaben und ihre Kraft in das Miteinander einbringen.
Ohne dieses Engagement verliert Demokratie ihre Lebenskraft. Sie braucht Menschen, die ihr leidenschaftlich und kritisch zugleich verbunden sind, die sie stärken und weiterentwickeln. Als Kirchen fördern wir daher Begegnungen über Unterschiede hinweg und treten für einen respektvollen Umgang ein – auch gegenüber denen, die anders denken, sprechen oder leben. Das christliche Menschenbild gründet in der Zuwendung zum Mitmenschen. Das biblische Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, welches Jesus gelehrt und gelebt hat, bringt diese Haltung zum Ausdruck. Es weist über den persönlichen Bereich hinaus und prägt auch das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft. Unsere Perspektive ist eine menschenfreundliche Gemeinschaft, in der alle nach demokratischen Regeln zum Gelingen des Ganzen beitragen. So werden Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt erfahrbar. Wir glauben, dass es sich lohnt, dafür einzutreten. Unsere Hoffnung auf Jesus Christus gibt uns die Kraft dazu. Dazu stehen wir!

Die Leitenden Geistlichen
Niedersachsen und Bremen
Hannover/Bremen, 5. Mai 2026



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