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Auf ein Wort! - Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Ev.-luth. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde
Hannover Badenstedt
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Ein Besuch bei mir selbst

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen“… (Offenbarung, 3,20)
Ferien. Urlaub. Auszeit vom Alltag. Oft ein zeitlich begrenzter Aufbruch in eine neue Umgebung. Das Bekannte verlassen um Neues zu entdecken. Vielleicht mit Abstand einen anderen Blick auf Ereignisse und mein Leben bekommen. Und Zeit, endlich Zeit um das Leben bewusst wahrzunehmen. Möglichkeiten zum Innehalten und für einen Besuch, bei mir selbst!
„Heute geh ich mich besuchen. Mal sehen, ob ich zu Hause bin.“ Dieses großartige Zitat von Karl Valentin macht klar: Manchmal vergessen wir uns einfach selbst. Was kann helfen? Zeit und Einkehr. Selbstbesinnung. Heilige und heilende Momente kreieren, das geht. Helfen kann dabei eine neue Meditationsapp der Landeskirche Hannovers. Die heißt „EVERMORE“ und kann werb- und kostenfrei im Appstore heruntergeladen werden.
Kurze Meditationen und Traumreisen zu verschiedenen Themen, eine App, die auch das Leben im Alltag begleiten will.

Es kostet nichts, nur Zeit, sich zu besuchen. Und vielleicht passiert das Heilende und Heilige so nebenbei, in der Natur, bei einem Sonnenuntergang, in der von Anforderungen und Ansprüchen befreiten Zeit. Vielleicht gesellt sich dann weiterer Besuch dazu. Ein Gast, der manchmal in dem (über)vollen Alltag aus den Augen gerät und dessen Wohnort oft schwer zu lokalisieren ist. Gott.
„Wo wohnt Gott?“, fragt ein Schüler seinen Rabbi. Die Antwort: „Gott wohnt dort, wo man ihn einlässt.“ Gottes Gegenwart ereignet sich dort, wo wir ihm Raum geben, in „Freiräumen“. Sommerzeit, eine Gelegenheit um andere Orte und Räume zu betreten und neue Türen zu öffnen. „EVERMORE“,- für immer und ewig ist Gott an unserer Seite.
Er steht vor der Tür. Nicht irgendwo, sondern hier und jetzt. Die entscheidende Frage ist nicht, wo Gott wohnt oder ist, sondern ob ich Gott die Tür zu meinen Gedanken und Gefühlen öffne, um Gottes Gegenwart in mir Raum zu geben. Wenn es gelingt, könnte es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein…

Klaus Bulenz,
Diakon in der Kirchenregion West

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Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt

Wir stehen dazu.

Wir sind überzeugt.
Die freiheitlich-liberale Demokratie hat es unserem Land drei Generationen ermöglicht, in einer vielfältigen und solidarischen Gesellschaft im Frieden zu leben. Sie hat sich bewährt und bleibt die überzeugendste Form politischen Zusammenlebens. Demokratie sichert Freiheit und Gleichheit, eröffnet Raum für Vielfalt und begrenzt Macht, indem sie diese nur auf Zeit überträgt. Demokratie beruht auf Rechtstaatlichkeit und der damit verbundenen Gewaltenteilung. Sie organisiert politische Entscheidungen durch Mehrheiten, schützt zugleich Minderheiten und trägt Konflikte im Rahmen friedlicher Aushandlungsprozesse aus. Voraussetzung dafür ist die Bereitschaft zum Kompromiss. Als Kirchen in Niedersachsen wollen wir diese demokratische Ordnung stärken. Wir sind überzeugt, dass Begegnung und Dialog möglich sind.

Wir sorgen uns.
Spannungen gehören zum Wesen einer demokratischen Gesellschaft. Ein pluralitätsfähiger demokratischer Rechtsstaat muss unterschiedliche Überzeugungen aushalten und im offenen Diskurs verhandeln. Doch wenn demokratische Standards und grundlegende Werte ausgehöhlt werden, geraten die Fundamente unseres Gemeinwesens in Gefahr. Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben. Stimmen werden lauter – teils auch demokratisch legitimiert –, die autoritär auftreten und demokratische Prinzipien missachten. Sie instrumentalisieren die Meinungsfreiheit zur Herabwürdigung anderer, beanspruchen für sich, allein zu wissen, was „das Volk“ wolle, und schließen Menschen bewusst aus. Dabei wird ethnische Zugehörigkeit über Staatsbürgerschaft gestellt. Führende Vertreter der AfD äußern sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch. Nach unserer Überzeugung ist die AfD für Christinnen und Christen daher nicht wählbar.

Wir setzen uns ein.
Als Christinnen und Christen treten wir entschieden für die Werte ein, von denen Demokratie lebt: Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt. Demokratie ist auf die aktive Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Sie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, wählen gehen, sich zur Wahl stellen und sich in Kommunen, Ländern und im Bund engagieren. Wir sind dankbar, dass so viele Menschen auf diese Weise ihre Gaben und ihre Kraft in das Miteinander einbringen.
Ohne dieses Engagement verliert Demokratie ihre Lebenskraft. Sie braucht Menschen, die ihr leidenschaftlich und kritisch zugleich verbunden sind, die sie stärken und weiterentwickeln. Als Kirchen fördern wir daher Begegnungen über Unterschiede hinweg und treten für einen respektvollen Umgang ein – auch gegenüber denen, die anders denken, sprechen oder leben. Das christliche Menschenbild gründet in der Zuwendung zum Mitmenschen. Das biblische Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, welches Jesus gelehrt und gelebt hat, bringt diese Haltung zum Ausdruck. Es weist über den persönlichen Bereich hinaus und prägt auch das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft. Unsere Perspektive ist eine menschenfreundliche Gemeinschaft, in der alle nach demokratischen Regeln zum Gelingen des Ganzen beitragen. So werden Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt erfahrbar. Wir glauben, dass es sich lohnt, dafür einzutreten. Unsere Hoffnung auf Jesus Christus gibt uns die Kraft dazu. Dazu stehen wir!

Die Leitenden Geistlichen
Niedersachsen und Bremen
Hannover/Bremen, 5. Mai 2026



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