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Ein Besuch bei mir selbst
„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen“… (Offenbarung, 3,20)Ferien. Urlaub. Auszeit vom Alltag. Oft ein zeitlich begrenzter Aufbruch in eine neue Umgebung. Das Bekannte verlassen um Neues zu entdecken. Vielleicht mit Abstand einen anderen Blick auf Ereignisse und mein Leben bekommen. Und Zeit, endlich Zeit um das Leben bewusst wahrzunehmen. Möglichkeiten zum Innehalten und für einen Besuch, bei mir selbst!
„Heute geh ich mich besuchen. Mal sehen, ob ich zu Hause bin.“ Dieses großartige Zitat von Karl Valentin macht klar: Manchmal vergessen wir uns einfach selbst. Was kann helfen? Zeit und Einkehr. Selbstbesinnung. Heilige und heilende Momente kreieren, das geht. Helfen kann dabei eine neue Meditationsapp der Landeskirche Hannovers. Die heißt „EVERMORE“ und kann werb- und kostenfrei im Appstore heruntergeladen werden.
Kurze Meditationen und Traumreisen zu verschiedenen Themen, eine App, die auch das Leben im Alltag begleiten will.
Es kostet nichts, nur Zeit, sich zu besuchen. Und vielleicht passiert das Heilende und Heilige so nebenbei, in der Natur, bei einem Sonnenuntergang, in der von Anforderungen und Ansprüchen befreiten Zeit. Vielleicht gesellt sich dann weiterer Besuch dazu. Ein Gast, der manchmal in dem (über)vollen Alltag aus den Augen gerät und dessen Wohnort oft schwer zu lokalisieren ist. Gott.„Wo wohnt Gott?“, fragt ein Schüler seinen Rabbi. Die Antwort: „Gott wohnt dort, wo man ihn einlässt.“ Gottes Gegenwart ereignet sich dort, wo wir ihm Raum geben, in „Freiräumen“. Sommerzeit, eine Gelegenheit um andere Orte und Räume zu betreten und neue Türen zu öffnen. „EVERMORE“,- für immer und ewig ist Gott an unserer Seite.
Er steht vor der Tür. Nicht irgendwo, sondern hier und jetzt. Die entscheidende Frage ist nicht, wo Gott wohnt oder ist, sondern ob ich Gott die Tür zu meinen Gedanken und Gefühlen öffne, um Gottes Gegenwart in mir Raum zu geben. Wenn es gelingt, könnte es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein…
Klaus Bulenz,
Diakon in der Kirchenregion West